Schweizer Fussball-Häppchen zum Staunen

Willkommen auf der 'Amuse-Bouche'-Seite! Hier servieren wir Ihnen eine Auswahl der spannendsten, lustigsten und unglaublichsten Momente aus der glorreichen Geschichte der Schweizer Championship-Spiele. Bereiten Sie sich darauf vor, zu schmunzeln, zu staunen und vielleicht sogar ein bisschen mitzufiebern. Jedes Häppchen ist eine kleine Zeitreise, die die Leidenschaft und die Eigenheiten des Schweizer Fussballs zelebriert.

Die Teams der ersten Runde

In der ersten Saison 1898 / 99 duellierten sich Teams aus drei regionalen Gruppen: 

Ost-Gruppe: Anglo-American Football Club Zürich, Grasshoppers und Zürich

Zentral-Gruppe: FC Basel  & Old Boys Basel

West-Gruppe: FC Yverdon, FC Geneva United, FC Neuchâtel & Lausanne FC et CC (Cricket Club)

Der Anglo-American FC, die Old Boys Basel sowie Lausanne FC  qualifizierten sich für die Halbfinale. Am 5. März sollte im Beudenfeld in Bern das Halbfinale Lausanne FC vs Old Boys Basel gespielt werden, allerdings weigerten sich die Britischen Spieler von Lausanne an einem Sonntag zu spielen wodurch der FC Old Boys Basel per Forfait gewann. 

Im Final am 12. März in Zürich setzte sich der Anglo-American FC Zürich mit 7-0 gegen die FC Old Boys Basel durch und wurde zum ersten Schweizer Meister gekürt. 

Fotografie der Meistermannschaft des Anglo-American Clubs Zürich von 1899

Grasshoppers Club Zürich - die Ungeschlagenen

Die Saison 1899 / 1900 wurde in zwei unabhängigen Ligen gespielt: 

  • die Serie A Ostgruppe (Grasshopper-Club ZH,  FC Zürich, Anglo-American Club, FC Old Boys sowie FC St-Gallen) und Westgruppe (Bern und FC Neuchâtel)
  • Ligue Romande de Football, wurde nach der Disqualifikation von Lausanne FC & CC gegründet und kürte ihren eigenen Champion (Lausanne FC et CC (Champion ) la Villa d'Ouchy, la Villa Longchamp Ouchy, FC Yverdon, la Châtelaine, Château de Lancy und FC Montreux)

Die Grasshoppers übernahmen den "Gürtel" gegen die Anglo-Americans gleich beim ersten Spiel, welches Sie mit 6:1 gewannen. Sie behielten diesen inoffiziellen Titel bis zum Schluss der Saison, als sie Bern mit 2:0 im Final bezwangen. 

Der inoffizielle Champion war damit auch der "echte" Schweizer Meister!! 

Fotografie der Meistermannschaft des Grasshopper Clubs Zürich von 1900, aufgenommen im Atelier von Johannes Meiner, Zürich (Baugeschichtliches Archiv der Stadt Zürich, MEI 9839).

Forfait Geschichten

Die ersten Jahre der Schweizer Fussballmeisterschaften waren geprägt von Spielen die wegen Regelwidrigkeiten am grünen Tisch entschieden wurden:

  • FC Basel vs Fortuna Basel: Der FC Basel hat sich geweigert, gegen den FC Fortuna zu spielen, der über keine Tornetze verfügt“
    (Obligatorischerklärung durch den SFV 1904; 3:0 Forfait)
  • 10. März 2007, FC St. Gallen vs Winterthur: Winterthur kam zur vorgesehenen Zeit an, aber die Mannschaft des FC St. Gallen erschien nicht. Das Zentralkomitee erklärte Winterthur daher zum Sieger durch Forfait.

Fotografie eines näher unbekannten Spiels des FC St.Gallen aus den frühen Jahren

Schweizer Meister aus der 1. Liga

In der Sommerpause 1931 entschied man, die aus je 11 Mannschaften bestehenden drei regionalen Gruppen auf zwei überregionale Gruppen mit je 9 Mannschaften zu reduzieren. Die 6 bestplatzierten Mannschaften jeder der drei regionalen Gruppen der Saison 1930/31 sollten somit die 18 Teams der Nationalliga stellen. Die restlichen Teams wurden am grünen Tisch "zwangsrelegiert"! In der Westschweiz wurde dies heftigst kritisiert:

"Ainsi, 9 clubs tirés au sort sont obligés d’évoluer en 1ère ligue. Lausanne fait partie des malheureux. On parle alors de camouflet, de scandale, d’humiliation. Le LS sera toutefois dopé par cette décision et écrasera tout sur son passage!"

Aufgrund der Zwangsrelegation beschloss der SFA, dem Champion der 1. Liga die Teilnahme an der Finalissima zu gewähren. Und hier passiert das Undenkbare, Lausanne-Sport aus der 1.Liga setzte sich gegen die Grasshppers, dem FC Zürich und Urania Genf durch und wurde als "Unterklassiger" zum Schweizer Meister gekürt!!

Fotografie: aus Montriond Lausanne wurde Lausanne-Sports am 17-April 1920

Young Fellows Zürich

 

Die Young Fellows traten in der Saison 1904/05 erstmals in der Serie A an. Schon zwei Jahre später erreichten sie die Finalissima, mussten sich dort jedoch im entscheidenden Spiel dem FC Servette mit 0:1 geschlagen geben.

Ihre nächste Chance bot sich den YF in der Saison 1922/23, als sie erneut in die Playoffs einzogen. Dort unterlagen sie wiederum dem späteren vermeintlichem Champion FC Bern mit 0:1. Nach der Finalrunde wurde das Vorrundenspiel zwischen dem FC Basel und FC Bern vom 4. Februar 1923 in der Zentralgruppe nachträglich mit 3:0 für Basel gewertet, da der FC Bern mit einem nicht gemeldeten Spieler angetreten war. Durch diesen Punkteabzug wären die Young Boys für die Playoffs qualifiziert gewesen anstelle des FC Bern! Da jedoch die Diskussionen bis in den September andauerten blieb keine Zeit für eine erneute Finalrunde. Somit gab es in dieser Saison keinen Champion und die Young Fellows gingen wieder leer aus!

Fotografie: am 14. Februar 1937 gewannen die Young Boys vor 6'000 Fussballbegeisterten im Wankdorf I gegen die Young Fellows Zürich mit 3:1.

FC Cantonal Neuchâtel

 

 

 

Neuenburg, 23. Oktober 1927. Es läuft die 80. Minute, es steht 1:1 unentschieden. Dann passiert es: Ein Befreiungsschlag segelt im hohen Bogen in den Neuenburgersee. Die Spieler können dem Leder nur noch hinterher schauen, wie es langsam Richtung Horizont treibt. Das Problem? Es war der einzige Ball. Weit und breit kein Ersatz. Dem Schiedsrichter blieb daraufhin nichts anderes übrig, als das Spiel abzupfeifen und Cantonal Neuchâtel verlor damit am grünen Tisch 0-3 Forfait!

Übrigens, der FC Cantonal Neuchâtel wurde in der Saison 1915/16 Schweizer Meister, bevor man sich in den 70er Jahren mit dem FC Xamax zusammen schloss. 

 

 

 

 

Noch nicht genug geschmunzelt?

Bald kommt noch mehr!